Rebecca Gablé. Das Haupt der Welt.


Wie immer bei Frau Gablè: nah dran an den historischen Fakten und das Menschliche im Vordergrund. Aber zumindest in der Hörbuchfassung bleiben die Charaktere holzschnittartig, die Story wirkt nicht aus einem Guss. Dazu tragen mal wieder die ähnlichen Namen der Hauptfiguren bei. Gefühlt beginnt jeder zweite männliche Name mit „T“ oder endet auf „mir“. Da fällt es schwer, den Überblick zu behalten, zumal auch alle irgendwie verwandt sind. Und wenn nicht, wird ruckzuck geheiratet.

Eine echte Enttäuschung sind die Dialoge. Einmal mehr sprechen Menschen aus dem finsteren Mittelalter als hätte Frau Gablé sie per Zeitmaschine ins 21. Jahrhundert katapultiert. Die Protagonisten betrachten Sachverhalte äußerst differenziert, analysieren Situationen und Befindlichkeiten wie ein erfahrener Psychologe, nehmen Rücksicht auf Gefühle etc. All das wirkt im Hörbuch eher unglaubwürdig und mildert den Spaß an der Geschichte und einem massenkulturellen Edutainment-Ansatz wie diesem.

Ach so, worum geht´s? Es ist die Zeit der Ottonen. Auf Heinrich I folgt Otto I, der 962 zum Kaiser gekrönt wird. Das Hörbuch erzählt seinen Kampf gegen die Slaven, bei denen der zunächst gefangene Prinz Tugomir (!) zu Ottos Verbündetem wird. Ganz ordentlich gelesen von Detlef Bierstedt.

Lübbe Audio. ISBN-13: 9783785748558. Ungekürzte Lesung. 12 CDs.

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