Mr. Mercedes. Stephen King.


Stephen King alias Cody McFadyen – so könnte man beim Hören von Mr. Mercedes meinen. Das 2014 in Deutschland erschiene Hörbuch ist mehr ein Krimi als eine von Kings beliebten, übernatürlichen Horror-Stories. Ein typischer Thriller, mit einem Cop als Hauptfigur, interessanten, teil schrulligen weiteren Akteuren und einem ordentlichen Schuß Drama, Action, Blut und Verderben (jawohl, Voyeurismus gehört dazu!).

Worum es geht, ist schnell erzählt. Ein psychopatischer Mörder (von hoher, doch autistischer Intelligenz, Mutter-Komplex) sucht nach dem Gemetzel an einer Handvoll Arbeitssuchender den nächsten Kick. Dabei heftet sich ihm der pensionierte Polizist Bill Hodges an die Fersen. Und das mit Absicht. Mr. Mercedes, der Computer-Spezialist und Eis-Verkäufer Brady Hartsfield, provoziert seine Jäger und ehemaligen Opfer bewußt. Das Motiv: Rache an einer Welt, die ihm übel mitgespielt hat. Nach einem meisterhaft inszenierten Versteckspiel, in dem King eindrucksvoll demonstriert, wie man die neue digitale Welt für den Plot nutzt, kommt es zum spektakulären Showdown. Dafür will King die gut besuchte Konzert-Halle während des Auftritts einer fiktiven Teenie-Band in die Luft jagen. Dazu lässt er Brady Hartsfield jede Menge Sprengstoff und Stahlkugeln einpacken und setzt ihn mit einem scharfen Zünder mitten unter die gut gelaunte Bande von 4000 Teenagern. Doch kurz bevor Körperteile durch die Luft fliegen, greift Bill Hodges mit seinen Freunden ein …

Tatsächlich ist die Geschichte nicht ohne Weiteres ein „Stephen King“. Übernatürliche Elemente fehlen. Dabei lässt sich das Duell zwischen Hodges und Hartsfield als weitere Variante von Kings beliebtem Kampf „Gut“ gegen „Böse“ deuten. Doch diesmal fast ohne Traumsequenzen, höllische oder himmlische Helfer und magische Momente. So ganz kann der Meister natürlich nicht aus seiner Haut. Sobald das Blut spritzt, ist er in seinem Element. Keiner kann das Schreckliche so zelebrieren wie er! Auch sind die beiden Unterstützer Hodges die typischen kingschen Underdogs. Hervorragend ist die nun immer öfter neue, heitere Seite, die King seinen Protagonisten verleiht. Wer liest, was für die geistig zurückgebliebene Olivia im Showdown nach ihrer eigenen Aussage „Therapie“ ist, dem entfährt ein lautes Lachen – bevor es ihm erschreckt im Halse stecken bleibt. Mehr zur Handlung hier

Vor der Leistung David Nathas kann man sich einmal mehr nur verneigen!

Sein Verständnis für den Stellenwert digitaler Medienkanäle zeigte King auch mit der selbstverständlichen Teilnahme an der Ice Bucket Challenge  im Sommer 2014.

Random House. Ungekürzte Lesung. 3 mp3-CDs. 16 h, 30 min.

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