Kurschatten. Gisa Pauly.


Kurschatten

Normalerweise mache ich einen großen Bogen um „Heimat-Krimis“. Deutsche Räuber und Gendarm Geschichten, die nach schlechter Tatort-Marnier putzige Lokaldetails in eine mehr oder weniger spannende Geschichte verweben. Entsprechend skeptisch begann ich mit „Kurschatten“.

Die CD ist einer von mehreren „Sylt Krimis“ von Gisa Pauly. Als Sylt-Fan wollte ich das einfach mal testen – und hoffte, dass mein gutes Verhältnis zur Insel nicht beschädigt würde. Kein Gedanke!

Überraschung 1: Christiane Blumhoff. Das Urgestein aus dem Umfeld des bayerischen Rundfunks zieht einen sofort in den Bann. Ihre sonore Stimme schafft spielend den Schritt vom Vorleser zum Erzähler. Entsprechend gern hört man ihr zu. Ihre Stimme ist wandelbar, sowohl eine Art norddeutscher Dialekt als auch das gebrochene Italo-Deutsch der Hauptdarstellerin klingen so, dass man nicht darüber nachdenkt, sondern sich gut unterhalten fühlt. Das passt zur Geschichte, die trotz einiger Leichen, unaufgergt daherkommt. Typisch norddeutsch eben, die großen Gefühlsausbrüche bleiben aus. Nur Mama Carlotta, deren Schwiegersohn Komissar auf der Insel ist, bietet Drama.

Überraschung 2: Sylt-Details nerven nicht und sind auch nicht peinlich integriert! Im Gegenteil, es ist eher lustig zu hören, wie die Hauptdarsteller an Orte kommen, die jedem Sylt-Tourist vertraut sind. Nachdenklich stimmt das Meta-Thema dennoch: Festland-Investoren, die Land und Immobilien kaufen und bewirtschaften, während die Sylter „Ur-Bevölkerung“ das Nachsehen hat. In die Morde, die vor diesem Umfeld gechehen, ist der Hauptkomissar persönlich verwickelt. Natürlich gelingt es ihm „den Fall“ zu lösen, nicht zuletzt dank der Unterstützung seiner italienischen Schwieger-Mama und ihrer Sippe.

audio media, 6 CDs, 450 Minuten

Mehr zur Handlung hier

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2 Kommentare zu „Kurschatten. Gisa Pauly.

    1. Der Titel bezieht sich meiner Ansicht lediglich auf das Kurkonzert währenddessen jemand stirbt. Oder die Kursituation vieler Syltbesucher an sich ist gemeint. Und eine Dame macht sich an den Schwiegersohn der Heldin heran – aber auch das rechtfertigt den Titel nicht wirklich 🙂

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