Ich habe einen Namen. Lawrence Hill.


Es ist ein bisschen wie eine neue Fassung von Roots, jenes Buches von Alex Haley, das Ende 1970er das Tabuthema „Sklaverei“ auf die US-amerikanischen und deutschen TV-Bildschirme brachte. Doch leider steckt hinter dem in den USA 2007 erschienenen „Ich habe einen Namen“ (Orig.: The Book of Negroes) keine authentische persönliche Geschichte. Eigentlich schade, denn das Buch steht für Hoffnung in dunklen Zeiten.

Westafrika, Mitte des 18. Jahrhunderts. Die kleine Aminata bewundert ihre Eltern mit denen sie glücklich in einem kleinen Dorf lebt. Doch Sklavenfänger sind auf der Jagd und nehmen das Kind mit. Aminata wird nach Amerika gebracht und auf eine Indigo-Farm verkauft. Dem jungen Mädchen gelingt es, sich Bildung und medizinische Kompetenzen anzueignen – von beidem profitiert sie ein Leben lang. Nach dem Ende des Unabhängigkeitskrieges wird Aminata befreit und schließt sich einer Organisation an, die die Sklaverei bekämpfen will. Während sie durch Vorträge und Reden versucht, das Leid der Schwarzen zu mindern, bleibt ihr privates Leben unerfüllt.

Lawrence Hill erzählt die Geschichte der charismatischen Protagonistin auf verschiedenen Zeitebenen. Einmal ist Aminata in der Gegenwart eine alte Frau, dann wider blickt sie zurück in Kindheit und Jugend. Die Sprache ist einfühlsam, emotional und auch die Handlung setzt nicht auf reißerischen Effekte. Ganz hervorragend liest Gabriele Blum. Gekonnt spannt sie den Bogen von der kindlichen Aminata bis zur müden Greisin. „Ich habe einen Namen“ ist eine mitreißende Geschichte, die dem Thema „Sklaverei in den USA“ neue Facetten hinzufügt und so Sicht- und Denkweisen neu kalibrieren kann.

Audible Studios. Juni 2016. Ungekürzte Ausgabe. 15 Stunden, 55 Minuten.

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