Silicon Valley. Christoph Keese.


Erstaunlich, was man da hört: Im Silicon Valley wird die digitale Zukunft des Planeten geplant – und Deutschland ist nicht dabei. So berichtet es ein scheinbar völlig überraschter Christoph Keese, der ein ganzes halbes Jahr in Palo Alto verbracht hat. Weil er dort beobachte wollte, wie erfolgreiche Firmen im Digital-Zeitalter arbeiten, um seine Eindrücke mit uns zu teilen. Weil er dieses Wissen in den Springer-Konzern tragen sollte. Und weil er seine Erfahrungen als „Visting Fellow“ scheinbar in einem  Buch zu Geld machen wollte.

Das Buch mag für Hörer, die die letzten zehn Jahre mit Mittelalterromanen verbracht haben, aufschlussreich sein. Da ist von cleveren Gründern die Rede, von Geldgebern mit dem richtigen Riecher, von Start-ups mit tollen Success-Stories. Da wird aufgezeigt, wie im SV eine Arbeitskultur entstanden ist, die anders ist, als die in Deutschland. Nun ja, das mag sein, wenn man an traditionelle Unternehmen denkt (Volkwagen etc.). Anders sieht es aus, wenn man sich erfolgreiche Digital-Agenturen oder Start-ups in Deutschland anschaut. Dort ist einiges was Christoph Keese berichtet schon heute Realität. In einem Konzern wie Springer ticken die Uhren vermutlich noch etwas anders …

Sicher richtig ist, dass Politik, Wirtschaft und Bildungssystem es Gründern in Deutschland deutlich schwerer machen als sie es in den USA haben, da muss man Christoph Keese folgen. Der heutige Executive Vice President  von Axel Springer SE belegt viele seiner Behauptungen mit noch mehr Zahlen. Das soll Kompetenz zeigen (die bei einem gestandenen Journalisten wie Keese natürlich nicht in Abrede gestellt werden kann). Wer aber den Hauptsitz von SAP ins hessische Walldorf verlegt, weil er scheinbar nicht weiß, dass SAP in Walldorf, Baden-Württemberg, zuhause ist, der muss sich die Frage gefallen lassen, ob er ordentlich recherchiert hat. Und ob sein Verlag das entsprechend geprüft hat.

Leider spricht Matthias Lühn dermaßen unsympathisch und von oben herab, dass man froh ist, wenn man das Tal hinter sich gelassen hat.

ABOD Verlag. Gekürztes Hörbuch. 8 Std. 57 Min.

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