Der Flug der Störche. Von Jean-Christophe Grangé.


Es ist eine düstere  Geschichte, in die uns Grangé mit Flug der Störche entführt. Und leider auch eine äußerst unglaubwürdige. Der in Frankreich lebende Louis ist 32, hat eben sein geisteswissenschaftliches Studium beendet und sucht nach einer Beschäftigung. Scheinbar mehr oder weniger zufällig gerät er auf die Empfehlung seiner wohlhabenden Pflegeeltern an einen Schweizer Ornithologen. Jedes Jahr beobachtet dieser die Störche, die im Frühjahr zurück nach Europa kommen und im Herbst wieder in wärmere Gefilde fliegen. Doch in diesem Frühling bleiben die Zugvögel aus und Louis soll herausfinden warum. Noch bevor er sich, ausgestattet mit ausreichend monetären Mitteln, aufmacht, stirbt sein Gönner. Doch statt von seinem Vorhaben abzulassen, macht Louis sich die Sache unverständlicherweise zu eigen – und kommt zwei mörderischen Schmugglerringen sowie dann endlich seinem eigenen Schicksal auf die Spur. Doch bevor es soweit ist, fließt mindestens so viel Blut, wie der zum Superagenten mutierende Louis an Meilen um den Globus jettet.

Es mag an der bearbeiteten Romanfassung liegen, dass viele Zusammenhänge und Charaktere dem Zuhörer konstruiert bzw. oberflächlich erscheinen. So ist die plötzliche Wandlung des ewigen Studenten Louis zu einem mit allen Wassern gewaschenen James Bond-Verschnitt, der skrupellos tötet, aus der Geschichte heraus nicht nachvollziehbar. Über solche Ungereimtheiten stolpert man leider an allen Ecken und Enden der Erzählung. Das ist schade, denn die Grundstory an sich ist spannend und hätte mehr Raffinesse und Ausführlichkeit verdient. Die vielen blutigen Details addieren der Geschichte allerdings oft nichts hinzu, sodass man dem Autor eine gewisse Effekthascherei nicht absprechen kann.

An der enttäuschenden Aufbereitung der Story kann auch der hervorragende Joachim Kerzel nichts ändern. Es ist zu hoffen, dass er sich ähnlich schwachen Hörbuchprojekten künftig versagt.

Bastei Lübbe, bearbeitete Romanfassung, 6 DCs, 425 Minuten

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