Kritik: Die Charité. Ulrike Schweikert.


Auf dieses Hörbuch/Buch gibt es zwei Sichtweisen. Einerseits ist Ulrike Schweikert zu loben, da sie eine immense Recherchearbeit geleistet hat. Wer da im Berlin der 1830er Jahre wen wo trifft oder getroffen haben könnte, was genau wann geschah und wer was gesagt hat oder eben haben könnte. Das ist verdienstvoll. Hat aber mit der Entwicklung der Geschichte selten zu tun. Das ist schade. Trotzdem ist Die Charité überaus erfolgreich – wie die TV-Produktion, die allerdings anderen Ursprungs ist.

Im Mittelpunkt der Handlung rund um die Berliner Charité stehen Professor Dieffenbach und Elisabeth, eine Wärterin. Dieffenbach verliebt sich in eine schöne aber verheiratete Gräfin und ein großer Teil der Handlung dreht sich um diese Liebesgeschichte. Dieffenbach heiratet selbst und es bleibt bis zum Schluss spannend, ob die beiden noch zueinander finden. Ähnlich ist es mit Elisabeth. Sie verliebt sich in einen Assistenzarzt und auch hier gibt es keine schnelle Auflösung …

Eigentlicher Hauptdarsteller der Charité ist aber die Medizin selbst. Ähnlich wie in der Medicus widmet sich Schweikert zeitgenössischen Untersuchungsmethoden. Operationstechniken oder Forschungsständen. Das ist interessant, gegebenenfalls doch fiktional, zumindest scheint der Effekt der geschilderten Schieloperation fragwürdig. Dazu kommen viele historische Details, die eine Stimmung des 19. Jahrhunderts colorieren sollen, die von Aufbruch und Veränderung geprägt ist. Dies gelingt teilweise, etwas weniger wäre vielleicht mehr gewesen. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau, das Buch und die Geschichte gefallen. Ebenso die Sprecherin, Beate Rysopp.

Audiobuch Verlag OHG . Ungekürztes Hörbuch. Juli 2018. 14 Std. und 38 Min.

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